Jüdisches Museum München | A Muslim, a Christian and a Jew. Eran Shakine

Ab 21. Februar 2018 präsentiert das Jüdische Museum München mit „A Muslim, a Christian and a Jew. Eran Shakine“ eine Ausstellung des Jüdischen Museums Berlin.


Es werden etwa 30 großformatige Leinwände, drei Metallskulpturen, sowie Acrylstift- und Tuschezeichnungen des israelischen Künstlers Eran Shakine gezeigt. Die Münchner Schau wird ergänzt durch neue Arbeiten: eine Animation, Scherenschnitte und farbige Leinwände.
In seiner Serie „A Muslim, a Christian and a Jew“ setzt sich Eran Shakine humorvoll-kritisch mit der Frage nach den Gemeinsamkeiten und Unterschieden der drei großen Weltreligionen Islam, Christentum und Judentum auseinander.

Ein Trio auf der Suche nach Glück
Der Ausstellungstitel spielt auf den Anfang eines Witzes an, der Stereotype bedient. In skizzenhaften Zeichnungen aus Ölwachskreide erkunden ein Moslem, ein Christ und ein Jude als äußerlich nicht unterscheidbares Trio das Leben. Auf der Suche nach den gemeinsamen Ursprüngen ihrer Religion geraten sie in alltägliche und absurde Situationen und begegnen Moses oder Buddha. „Ich lache nicht über Religion. Ich lache über das menschliche Verhalten“, kommentiert Eran Shakine seinen Ansatz, sich humorvoll mit religiösen Kontexten auseinanderzusetzen.

Der lockere Strich der Zeichnungen täuscht auf den ersten Blick: Die scheinbar flüchtig gezeichneten Bildgeschichten führen gängige Ressentiments mit hintergründigem Humor ad absurdum, an ihre Stelle rückt der interreligiöse Dialog als ernsthaftes Anliegen. „Wenn man all das entfernt, was wir nutzen, um uns voneinander abzugrenzen, haben wir alle das gleiche Grundbedürfnis: glücklich sein“, sagt Shakine über seine Serie.

Kunst als Spiegel der Kultur und Gesellschaft
Eran Shakines Werk umfasst Zeichnungen, Gemälde und Skulpturen bis hin zu Kunst im öffentlichen Raum. Shakine selbst betont den Einfluss von Street Art auf sein Schaffen, mit der er sich intensiv in den 1980er Jahren auseinandergesetzt hat, als er selbst in New York lebte. Seine Kunst versteht er dabei immer als Spiegel der Kultur und Gesellschaft. In seinen immer wieder augenzwinkernden Arbeiten widmet er sich Themen wie den Mechanismen des Kunstbetriebs, dem Zusammenhang von Selbstbild und Image oder dem Verhältnis der Religionen. Seine jüngste Serie „A Muslim, a Christian and a Jew“ ist auch geprägt von der persönlichen Erfahrung des Lebens in Israel: „Im Nahen Osten zu leben, ist, als lebte man im Auge eins Sturms. Als würde man versuchen, auf einem Vulkankrater ein normales Leben zu führen.“

Der Künstler
Eran Shakine wurde 1962 als Sohn eines französischen Vaters und einer ungarischen Mutter in Israel geboren. Beide Eltern kamen als Schoa-Überlebende nach Israel. Nach einigen Jahren in Paris, London und New York lebt und arbeitet er heute in Tel Aviv. Seine Werke wurden in Einzelausstellungen in New York sowie in London, Paris, Brüssel, Toronto und Tel Aviv ausgestellt. Sie finden sich in den Sammlungen des British Museums, im Aachener Suermondt-Ludwig-Museum, Tel Aviv Museum of Art, Israel Museum und in zahlreichen Privatsammlungen.

Katalog zur Ausstellung
Eran Shakine. A Muslim, a Christian and a Jew Knocking on Heaven’s Door
2. aktualisierte Auflage. Herausgegeben von Jürgen B. Tesch. Hirmer Verlag 2018, 96 Seiten, 9,90 Euro.
ISBN 978-3-7774-3049-2

Kurator: Gregor H. Lersch, Jüdisches Museum Berlin
Projektkoordination: Katharina Erbe und Lilian Harlander, Jüdisches Museum München
Ausstellungsgestaltung: juliette israël scenography + curatorial concepts

Eine Ausstellung des Jüdischen Museums Berlin in Zusammenarbeit mit dem Jüdischen Museum München